B5.2 Produktionswirtschaft / Logistik â Prof. Dr.-Ing. Timo Fleschutz-Balarezo
đ 9 Vorlesungen + PrĂŒfungsvorbereitung
Die Klausur deckt alle Inhalte der Vorlesungen 1â9 ab. Schwerpunkte (lt. PrĂŒfungsvorbereitung):
Produktion = Kombination der Elementarfaktoren Arbeit, Material und Maschinen durch die derivativen Faktoren Planung und Organisation zum Zwecke der Leistungserstellung (nach Gutenberg).
Mehrwert = Differenz zwischen Umsatzerlösen und Einkaufswert der Rohstoffe/Zukaufteile. Nutzen fĂŒr den Kunden, der honoriert wird.
| Klasse | Wertanteil | Mengenanteil | Steuerung |
|---|---|---|---|
| A-Artikel | ca. 80% | ca. 10â20% | Enge Steuerung, hohe Aufmerksamkeit |
| B-Artikel | ca. 15% | ca. 30% | Mittlere Steuerung, periodische Kontrolle |
| C-Artikel | ca. 5% | ca. 50â60% | Einfachverfahren (z. B. Bereitstellverfahren) |
| Klasse | Variationskoeffizient | Verbrauch | Prognose |
|---|---|---|---|
| X-Artikel | < 0,3 | Konstant, regelmĂ€Ăig | Gut prognostizierbar |
| Y-Artikel | 0,3 â 0,8 | Schwankend, saisonal | Bedingt prognostizierbar |
| Z-Artikel | > 0,8 | UnregelmĂ€Ăig, chaotisch | Kaum prognostizierbar |
Wissenschaftlich (Gudehus): âDie Disposition ist die mengenmĂ€Ăige Aufteilung von AuftrĂ€gen mit aktuellen Leistungsanforderungen und die terminierte Zuweisung zu den verfĂŒgbaren Ressourcen.â
Einfach: âDie Disposition sorgt dafĂŒr, dass immer alles da ist, wo es gebraucht wird.â
âOhne Bestand kein Bestand.â
â salopp: Wer nichts lagert, kann nichts liefern.
| Begriff | Definition |
|---|---|
| PrimÀrbedarf | Bedarfe an Erzeugnissen, Gruppenteilen, Ersatzteilen (Marktbedarf) |
| SekundĂ€rbedarf | Bedarfe an Werkstoffen, Rohstoffen (aus StĂŒcklistenauflösung) |
| TertiĂ€rbedarf | Hilfs- und Betriebsstoffe (Schmierstoffe, BĂŒromaterial) |
| Bruttobedarf | SekundÀrbedarf + Zusatzbedarf (z. B. Ausschuss) |
| Nettobedarf | Bruttobedarf â Lagerbestand â offene Bestellungen + Sicherheitsbestand |
| Verfahren | Beschreibung | Beispiel |
|---|---|---|
| Deterministisch | Bedarf aus konkreten AuftrĂ€gen / StĂŒckliste | Produktion nach Kundenauftrag |
| Stochastisch | Bedarf aus Vergangenheitsdaten prognostiziert | Lagerartikel mit konstantem Verbrauch |
| Heuristisch | SchÀtzung / Erfahrungswissen | Neue Produkte ohne Historie |
âMaschinen, die miteinander kommunizieren, sich gegenseitig ĂŒber Fehler im Fertigungsprozess informieren, knappe MaterialbestĂ€nde identifizieren und nachbestellen â das ist eine intelligente Fabrik.â
| Kanal-Strategie | Beschreibung |
|---|---|
| Multichannel | Mehrere KanÀle parallel, ohne Integration |
| Cross-Channel | KanĂ€le verknĂŒpft, kundenĂŒbergreifend (z. B. online bestellen, im Laden abholen) |
| Omnichannel | Volle Integration aller KanÀle, nahtloses Einkaufserlebnis |
Gesamter Prozess der Auftragsabwicklung im E-Commerce: Lagerung â Kommissionierung â Transport â Auslieferung (teilweise auch Bezahlung).
RaumverÀnderung von Verkehrsobjekten. Schwerpunkt auf Planung, Organisation, Steuerung.
RaumverĂ€nderung von Transportobjekten. Schwerpunkt auf DurchfĂŒhrung.
| TrÀger | Anteil (D) | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|
| StraĂe (LKW) | GröĂter Anteil | Flexibel, flĂ€chendeckend | Stau, COâ, Kosten |
| Schiene (Bahn) | Mittlerer Anteil | GroĂe Mengen, umweltfreundlich | Weniger flexibel, NetzabhĂ€ngig |
| Binnenschiff | Geringer Anteil | Sehr groĂe Mengen, gĂŒnstig | Langsam, auf Wasserwege angewiesen |
| Rohrfernleitung | Spezifisch | Kontinuierlich, sicher | Nur fĂŒr FlĂŒssigkeiten/Gase |
| Luftfracht | Gering | Schnell, global | Sehr teuer, COâ-intensiv |
Entsorgungslogistik = Planung, Steuerung und Ăberwachung der logistischen Prozesse fĂŒr RĂŒckstĂ€nde im Verantwortungsbereich des Unternehmens.
PPS umfasst die Planung, Steuerung, DurchfĂŒhrung und Kontrolle aller Produktionsprozesse bzw. aller Material- und Informationsprozesse in der Produktion.
C-Artikel sind wertmĂ€Ăig gering (ca. 5% des Werts), aber mengenmĂ€Ăig hoch (50â60%). Lohnt keine aufwendige Steuerung.
| Feld | Steuerungsempfehlung |
|---|---|
| AX | Höchste PrioritÀt, enge Steuerung, JIT/JIS, hohe Liefertreue erforderlich |
| AY | Enge Bedarfsverfolgung, flexible Disposition, Prognose mit GlÀttungsverfahren |
| AZ | Hohes Risiko â Einzelfallbeschaffung, enge Abstimmung mit Lieferanten |
| BX | Standarddisposition mit Meldebestandsverfahren |
| BY | Zyklusverfahren mit periodischer Bestellung |
| BZ | Einzelfall- oder vorratsorientiert mit erhöhtem Sicherheitsbestand |
| CX | Bereitstell- oder KANBAN-Verfahren, einfache Steuerung |
| CY | Bereitstellverfahren mit etwas Puffer |
| CZ | Bereitstell- oder Einzelfall â je nach KritikalitĂ€t |
| Methode | Beschreibung | Lagerbestand |
|---|---|---|
| Einzelfallbeschaffung | Pro Bedarfsfall wird einzeln beschafft | Kein Lagerbestand |
| Vorratsbeschaffung | Material wird auf Vorrat gelegt, um jederzeit lieferfÀhig zu sein | Lagerbestand vorhanden |
| (Produktions-)synchrone Beschaffung | Material trifft genau zum Bedarfszeitpunkt ein | Kein Lagerbestand |
| Verfahren | Auslöser | Bestellmenge | Bestellzyklus |
|---|---|---|---|
| Bereitstellverfahren | Bestand fÀllt unter Soll | Fixe Menge (bis Soll) | Variabel |
| Meldebestandsverfahren (Bestellpunktverfahren) | Meldebestand wird unterschritten | Optimale Bestellmenge | Variabel |
| Zykluszeitverfahren | Fester Zeitpunkt | Nach Verbrauch (variabel) | Fest (z. B. jede Woche) |
đ Formel
Meldebestand = Tagesverbrauch Ă Wiederbeschaffungszeit + Sicherheitsbestand
đ Formel
Gesamtkosten = (Bestellkosten Ă Anzahl Bestellungen) + (Lagerkosten Ă durchschn. Lagerbestand) + (Einstandspreis Ă Jahresbedarf)
| Strategie | Beschreibung |
|---|---|
| Single Sourcing | Nur ein Lieferant pro Teil |
| Dual Sourcing | Zwei Lieferanten pro Teil |
| Multiple Sourcing | Mehrere Lieferanten, Wettbewerb |
| Local Sourcing | Lieferant in regionaler NĂ€he |
| Global Sourcing | Weltweite Beschaffung |
| Modular Sourcing | Komplette Module/Systeme einkaufen |
âKombination der Elementarfaktoren Arbeit, Material und Maschinen durch die derivativen Faktoren Planung und Organisation zum Zwecke der Leistungserstellung.â
Beispiel Halbleiterindustrie: Rohsilizium â Wafer â Chip â Baugruppe â EndgerĂ€t
| Ebene | Aufgabe |
|---|---|
| Strategisch | Standortplanung, Technologieentscheidung, Fertigungstiefe |
| Taktisch | Layoutplanung, KapazitÀtsdimensionierung, Make-or-Buy |
| Operativ | Produktionsprogramm, LosgröĂen, Maschinenbelegung |
| TrĂ€ger | Geeignet fĂŒr | Reichweite | Geschwindigkeit |
|---|---|---|---|
| StraĂe | Flexible, kleine bis mittlere Mengen | KurzâMittel | Mittel |
| Schiene | GroĂe Mengen, Massengut | MittelâLang | Mittel |
| Binnenschiff | Sehr groĂe Mengen, SchĂŒttgut | Lang (Wasserweg) | Langsam |
| Luftfracht | Eilige, hochwertige GĂŒter | Global | Schnell |
| Rohrfernleitung | FlĂŒssigkeiten, Gase | PunktâPunkt | Kontinuierlich |
đĄ 20 Fragen aus allen Vorlesungen